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Mittwoch, 2. November 2016

US-Wahlkampf

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Ein historisches Duell

US-Wahl und Europa: Die alten Eliten kämpfen verbissen um ihre Macht



Kurz vor dem Wahltag steht alles wieder auf Messers Schneide. Die Entscheidung in den USA könnte die westliche Welt erschüttern.

Vor kaum mehr als einer Woche schien die Geschichte bereits gelaufen zu sein. Hillary Clinton führte mit zwölf Prozentpunkten vor Donald Trump in den Umfragen zur US-Präsidentschaftswahl am kommenden Dienstag. Dann aber haben Skandalenthüllungen der Bundespolizei FBI über Clintons Vergangenheit noch einmal alles gedreht. Der Vorsprung der Demokratin vor dem Republikaner schrumpfte auf ein Niveau unterhalb der statistischen Fehlergrenze, faktisch also auf null.

So spannend war schon lange kein US-Wahlkampf mehr, nie so aggressiv die Auseinandersetzung und nie so apokalyptisch die Vorhersagen beider Lager für den Fall, dass die „Falschen“ gewinnen sollten. Auch die Anteilnahme der deutschen Öffentlichkeit an dem Geschehen war ungewöhnlich intensiv. Das hat nur vordergründig mit Trumps lustvoll vorgetragenen Provokationen zu tun.

Diese sind leicht als Kalkül zu entlarven und kaum als Ausrutscher zu werten. Hätte sich der Immobilien-Mogul im Tonfall der Etablierten bewegt, wäre er vermutlich ebenso wie Clinton als Mitglied der alten Eliten abgestempelt worden. Mit der schroffen Wortwahl eines wütenden Stahlarbeiters dagegen gelang es dem Multimilliardär, sich als  Sprachrohr der gequälten Mittelschicht zu empfehlen. Während sich nun sogar der gerade bei Linken berüchtigte Ex-Präsident George W. Bush gegen seinen republikanischen Parteifreund Trump und für Clinton aussprach, brachte der laute Provokateur die kleinen Leute hinter sich.



Was sich hier auftut, ist eine völlig neue Frontstellung, die längst auch in Europa Fuß gefasst hat: Hier eine etablierte Elite, die, über die einstigen Lager hinweg eng ineinander verwoben, weitgehend das Gleiche anzustreben scheint. Dort eine wachsende Masse unzufriedener Bürger, die  − ebenso alte soziale und weltanschauliche Grenzen beiseite schiebend − in Opposition dazu geht.



Ein Wahlsieg Trumps wäre ein Signal, das die Herrschaft der alten Eliten ins Mark treffen würde. Zumindest psychologisch wären die Folgen auch für Deutschland beträchtlich. Zu befürchten ist beispielsweise, dass sich die hiesige alte Elite noch mehr in die Enge getrieben fühlen und ihre Nervosität ins Hysterische ausarten könnte. Bisherige Volksbeschimpfungen („Pack“, „Schande“) und Einschüchterungsversuche wären dann bloß der Vorgeschmack gewesen auf das, was noch kommen dürfte.



Die Krise jedenfalls, in welche die demokratischen Institutionen in ihrer derzeitigen Besetzung diesseits und jenseits des Atlantiks getrudelt sind, ist nicht mehr zu übersehen. Was in den USA wie ein dramatischer „High Noon“ zweier Duellanten daherkommt, vollzieht sich in Europa in einer massiven Umwälzung der Parteien- und Medienlandschaft. Der Kern ist der gleiche.     



Hans Heckel



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